Wir zahlen jeden Monat in die Sozialversicherungen ein. Damit erwerben wir Ansprüche auf eine verlässliche Rente, eine gute Gesundheitsversorgung, Pflege und soziale Sicherheit. Diese Leistungen sind kein Geschenk. Es ist unser Geld und es ist unser Recht.
Am 26. September schicken wir diese Botschaft mit kraftvoller Stimme aus dem Ruhrgebiet nach Berlin:
Reformen sind notwendig. Sie müssen aber Probleme lösen, Investitionen ermöglichen, Beschäftigung sichern und gute Arbeit stärken. Kürzungen auf dem Rücken der Beschäftigten sind keine Reformen. Sie machen Menschen unsicher, schwächen die Kaufkraft und gefährden den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Ein starker Sozialstaat und eine starke Wirtschaft gehören zusammen.
Während Vermögen weiter wachsen, sollen Beschäftigte länger arbeiten, mehr für ihre Gesundheit bezahlen und im Alter mit weniger auskommen? Nicht mit uns!
Von Duisburg nach Essen: Die Ruhrpott-Rebellion geht weiter
Die Ruhrpott-Rebellion hat in Duisburg begonnen. Viele Metallerinnen, Kolleginnen anderer DGB-Gewerkschaften und Unterstützer*innen aus der Region sind unserem Aufruf gefolgt. Gemeinsam haben wir deutlich gemacht: Wir lassen uns unseren Sozialstaat nicht nehmen.
Von Duisburg aus hat sich die Rebellion über das Ruhrgebiet und darüber hinaus verbreitet. In Essen, Bochum, Dortmund, Wetter und weiteren Städten haben Beschäftigte die Botschaft aufgenommen. Aus dem Auftakt der IG Metall Duisburg-Dinslaken wurde eine gemeinsame Bewegung der Gewerkschaftsfamilie.
Jetzt geht es weiter.
Am 26. September machen wir aus vielen örtlichen Aktionen ein gemeinsames, starkes Zeichen. Wir fahren nach Essen, weil die Ruhrpott-Rebellion nicht an einer Stadtgrenze endet. Wenn unsere Rechte, unsere Gesundheit und unsere Rente angegriffen werden, stehen wir im Revier zusammen.
Duisburg war der Auftakt. Essen wird der nächste kraftvolle Schritt.
Warum wir auf die Straße gehen
Unsere Arbeit
Die geplante Ausweitung sachgrundloser Befristungen würde Beschäftigte noch länger in Unsicherheit halten. Nach Angaben des DGB war 2025 mehr als jede vierte Neueinstellung befristet. Insgesamt arbeiteten rund 2,2 Millionen Menschen befristet. Besonders häufig betroffen sind junge Menschen unter 25 Jahren.
Gleichzeitig steht der 8-Stunden-Tag unter Druck. Wenn statt einer täglichen nur noch eine wöchentliche Höchstarbeitszeit zählt, werden sehr lange Arbeitstage möglich. Die Risiken tragen die Beschäftigten: weniger Erholung, schlechtere Vereinbarkeit von Arbeit und Privatleben sowie größere gesundheitliche Belastungen.
Wir sagen: Deutschland braucht keine längeren Arbeitstage. Wir brauchen Investitionen, moderne Infrastruktur, Qualifizierung, Digitalisierung, gute Arbeitsbedingungen und sichere, tarifgebundene Beschäftigung.
Unsere Gesundheit und Pflege
Gesundheit und Pflege dürfen nicht zum Sparprogramm werden. Höhere Zuzahlungen, schlechtere Leistungen, Stellenabbau und Angriffe auf tarifliche Bezahlung in der Pflege treffen Beschäftigte, Versicherte, Pflegebedürftige und ihre Familien. Gute Versorgung darf nicht vom Geldbeutel abhängen.
Wir wollen eine solidarische Gesundheits- und Pflegeversicherung, verlässliche Leistungen und gute, tarifgebundene Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen.
Unsere Rente
Wer 45 Jahre gearbeitet, Angehörige gepflegt, Kinder erzogen und Beiträge gezahlt hat, hat Anerkennung verdient. Die abschlagsfreie Rente nach 45 Versicherungsjahren darf nicht abgeschafft werden.
Im Jahr 2024 waren nach den Informationen des Mission-Letters 44,5 Prozent der neuen Beziehenden dieser Rentenart Frauen. Nicht ein vermeintlich hohes Einkommen ist das entscheidende Merkmal, sondern die besonders lange Versicherungszeit.
Ein höheres Rentenalter trifft vor allem Menschen mit körperlich schwerer Arbeit, Schichtarbeit und belastenden Arbeitsbedingungen. Für viele ist eine weitere Anhebung nichts anderes als eine Rentenkürzung durch die Hintertür.
Wir fordern:
- das Rentenniveau zunächst bei 48 Prozent zu stabilisieren und anschließend auf mindestens 50 Prozent anzuheben,
- keine weitere Erhöhung des Rentenalters,
- den Erhalt der abschlagsfreien Rente nach 45 Versicherungsjahren,
- bessere Absicherung bei Erwerbsminderung,
- eine verbesserte Grundrente,
- starke tarifliche Betriebsrenten mit verbindlicher Beteiligung der Arbeitgeber,
- eine solidarische Finanzierung, bei der starke Schultern mehr tragen.
Was das für Beschäftigte in unserer Region bedeutet
In unserer Region wissen viele Kolleg*innen aus Stahl, Industrie, Handwerk, Logistik und Dienstleistung, was belastende Arbeit bedeutet. Schichtarbeit, Hitze, Lärm, Zeitdruck und körperliche Beanspruchung verschwinden nicht, nur weil in Berlin das Rentenalter rechnerisch angehoben wird.
Wer früh ins Berufsleben eingestiegen ist und über Jahrzehnte gearbeitet hat, darf nicht immer wieder auf später vertröstet werden. Wer krank wird oder Angehörige pflegt, darf nicht mit Leistungskürzungen und zusätzlichen Kosten bestraft werden. Wer jeden Tag zur Arbeit geht, braucht planbare Arbeitszeiten und ausreichend Erholung.
Deshalb ist der 26. September kein Termin nur für Rentnerinnen. Es geht auch um Auszubildende, junge Beschäftigte, Familien, Schichtarbeiterinnen, pflegende Angehörige und alle, die morgen noch in einem starken sozialen Sicherungssystem leben wollen.
Gute Rente ist kein Konflikt zwischen Jung und Alt. Gute Rente ist eine Frage gerechter Arbeit, guter Löhne und einer fairen Verteilung der Kosten.
Gemeinsam mit dem Bus nach Essen
Der Burgplatz in Essen ist gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen. Noch stärker wird der Tag aber, wenn wir bereits gemeinsam anreisen.
Aus zahlreichen Orten werden DGB-Busse eingesetzt. Auf der zentralen Aktionsseite findest du die Abfahrtsorte, die konkreten Abfahrtszeiten und die Möglichkeit zur Anmeldung.
So bist du dabei
- Öffne die zentrale Aktionsseite des DGB.
- Wähle bei Essen den Bereich„Busse nach Essen“.
- Suche den passenden Abfahrtsort.
- Melde dich für den Bus an.
- Mobilisiere mindestens eine weitere Person aus deinem Betrieb, deiner Familie oder deinem Freundeskreis.
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Hinweis: Da Buszeiten und Kapazitäten aktualisiert werden können, sollten vor der Abfahrt noch einmal die Angaben auf der Aktionsseite geprüft werden.
Demozug durch die Essener Innenstadt
Wir machen unsere Forderungen nicht nur auf der Abschlusskundgebung stark. Vorher ziehen wir gemeinsam und unübersehbar durch die Essener Innenstadt.
Der Demozug startet um 10:45 Uhr auf der Altendorfer Straße, Ecke Hans-Böckler-Straße. Der Treffpunkt liegt in unmittelbarer Nähe zum Ankunftsort der DGB-Busse.
Bring deine IG Metall-Fahne, deine Warnweste, dein selbst gestaltetes Schild und vor allem deine Kolleg*innen mit. Zeigen wir gemeinsam: Das Ruhrgebiet steht zusammen, wenn soziale Rechte angegriffen werden.