Am 21. September wird es laut Beschäftigte wollen Zukunft statt Kahlschlag

Die Beschäftigten der Autoindustrie leisten Widerstand gegen die Spar- und Verlagerungsfantasien ihrer Konzernbosse. Beim bundesweiten Aktionstag werden sie ein deutliches Zeichen setzen: Wettbewerbsfähigkeit entsteht nicht durch Sparen, sondern durch Investitionen.

Der Angriff auf die Beschäftigten der Automobilindustrie in Deutschland geht weiter. Die Arbeitgeber befördern den Abbau von Entgelt-, Arbeitszeit-, Schutz- und Sozialstandards in Deutschland. Gleichzeitig verlagern sie Zukunftsprodukte an Billigstandorte. Der Wandel der Industrie wird zum Vorwand für die Abwicklung.
 
Die Lage in der Industrie zeigt erste Zeichen der Erholung. Gleichzeitig halten Arbeitsplatzabbau, Verlagerungspläne und Angriffe auf die 35-Stunden-Woche sowie weitere tarifliche Standards in Teilen der Automobilindustrie an. Deshalb ruft die IG Metall für den 21. September zum bundesweiten Automobil-Aktionstag auf. Beschäftigte machen deutlich: Zukunft entsteht durch Investitionen, nicht durch Kahlschlag.
 

Das Wichtigste in Kürze

  • Die wirtschaftliche Lage in vielen Industriebetrieben verbessert sich wieder. 
  • Trotzdem bauen zahlreiche Unternehmen weiterhin Stellen ab. 
  • Die IG Metall fordert Investitionen in Standorte, Zukunftstechnologien und Beschäftigung statt Kürzungsprogramme. 
  • Am 21. September setzen Beschäftigte bundesweit mit Aktionen ein Zeichen für die Zukunft der Automobilindustrie.

     

Hoffnungsschimmer für die Industrie, Unsicherheit für Beschäftigte

 
Eine aktuelle Betriebsrätebefragung der IG Metall zeigt, dass sich die wirtschaftliche Situation in vielen Industriebranchen aufhellt. 63 Prozent der befragten Betriebsräte melden eine gute oder sehr gute Auslastung ihrer Betriebe. Auch die Erwartungen für die kommenden Monate haben sich verbessert. 
 
Dennoch bleibt die Situation für viele Beschäftigte widersprüchlich: Obwohl sich Auftragslage und Perspektiven verbessern, setzen Unternehmen weiterhin auf Stellenabbau. Laut der Befragung baut mittlerweile sogar jedes sechste Unternehmen trotz guter Geschäftsaussichten Personal ab. 
 
Besonders in der Automobil- und Zulieferindustrie wächst deshalb der Unmut. Viele Beschäftigte erleben täglich Diskussionen über Verlagerungen, Sparprogramme oder längere Arbeitszeiten, während gleichzeitig Milliarden an Dividenden ausgeschüttet werden.
 

Zukunft statt Kahlschlag

Die IG Metall macht deutlich: Die Beschäftigten haben die aktuelle Krise weder verursacht noch sind sie die Lösung für Managementfehler. Der Weg aus der Krise führt nicht über schlechtere Arbeitsbedingungen, Werksschließungen oder Angriffe auf die 35-Stunden-Woche, sondern über Investitionen in neue Produkte, moderne Technologien und sichere Arbeitsplätze. 
 
Unter dem Motto„Zusammenhalt ist unsere stärkste Marke“ ruft die IG Metall deshalb am 21. September zu einem bundesweiten Automobil-Aktionstag auf. In zahlreichen Betrieben, Werken und Regionen werden Beschäftigte gemeinsam für ihre Arbeitsplätze, ihre Standorte und die industrielle Zukunft Deutschlands eintreten.
 

Was bedeutet das für Duisburg und Dinslaken?

Die Industrie- und Automobilbranche ist ein wichtiger Pfeiler für Beschäftigung und Wertschöpfung am Niederrhein. Viele Arbeitsplätze bei Zulieferern, Logistikunternehmen, Stahl- und Metallbetrieben hängen direkt oder indirekt von einer starken Industriepolitik ab.
 
Gerade für die Region Duisburg, Dinslaken und den Kreis Wesel gilt: Ohne Investitionen in Zukunftstechnologien, bezahlbare Energie und zukunftsfähige Produktionsstandorte drohen langfristig Wohlstandsverluste und der Verlust qualifizierter Arbeitsplätze. Umso wichtiger ist es, dass Politik und Unternehmen jetzt Verantwortung übernehmen.
 

Unsere Forderungen

An die Arbeitgeber:
  • Zukunftsprodukte für unsere Werke
  • Investitionen statt Personalabbau
  • Finger weg von der 35-Stunden-Woche
  • Einsparungen bei Bürokratie, Managementfehlern und überzogenen Renditeerwartungen
An die Politik:
  • Wer hier verkauft, muss hier produzieren
  • Bezahlbare Energie für Industrie und Beschäftigung
  • Förderung von Zukunftstechnologien und Schlüsselindustrien
  • Unterstützung der Zulieferbetriebe im Wandel
  • Soziale Sicherheit für die Beschäftigten