Erinnerung an die Vergangenheit, Auftrag für die Zukunft Antikriegstag in Duisburg

Mit einer Veranstaltung im Kultur- und Stadthistorischen Museum hat der DGB Duisburg am gestrigen Antikriegstag an die Opfer von Krieg und Faschismus erinnert. Im Mittelpunkt standen die Bedeutung einer lebendigen Erinnerungskultur, das Engagement junger Menschen sowie die aktuellen Debatten.

GegenKrieg_GegenAufrüstung
Mit einer Veranstaltung im Kultur- und Stadthistorischen Museum hat der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) Duisburg am gestrigen Antikriegstag an die Opfer von Krieg und Faschismus erinnert. Im Mittelpunkt standen die Bedeutung einer lebendigen Erinnerungskultur, das Engagement junger Menschen sowie die aktuelle Debatte über Frieden, Aufrüstung und gesellschaftlichen Zusammenhalt.
 

Das Wichtigste in Kürze

  • DGB Duisburg erinnerte am 1. September an den Beginn des Zweiten Weltkriegs.
  • Auszubildende der Hüttenwerke Krupp Mannesmann präsentierten ein interaktives Projekt zur Gedenkarbeit.
  • Im Fokus stand die Frage, wie historische Verantwortung an junge Generationen vermittelt werden kann.
  • Bundesweit steigt die Zahl der Anträge auf Kriegsdienstverweigerung deutlich an.
  • Der DGB verbindet den Antikriegstag mit dem Appell: „Nie wieder Krieg! Nie wieder Faschismus!“ sowie dem diesjährigen Motto „Friedensfähig statt kriegstüchtig“.

 

Erinnerung braucht Engagement

Am 1. September 1939 begann mit dem Überfall der deutschen Wehrmacht auf Polen der Zweite Weltkrieg. An dieses historische Datum erinnern die Gewerkschaften seit Jahrzehnten regelmäßig am Antikriegstag. Der DGB Duisburg hatte deshalb in das Kultur- und Stadthistorische Museum eingeladen.
 
Besonderes Augenmerk lag auf den Perspektiven junger Menschen. Auszubildende der Hüttenwerke Krupp Mannesmann stellten ein interaktives Bildungsprojekt vor, das sich mit Erinnerungskultur und der Auseinandersetzung mit der NS-Zeit beschäftigt.
 
Die Duisburger DGB-Vorsitzende Angelika Wagner betonte die Bedeutung der Weitergabe historischer Erfahrungen an nachfolgende Generationen. Gleichzeitig werde sichtbar, dass sich viele junge Menschen intensiv mit Fragen von Krieg, Demokratie und gesellschaftlicher Verantwortung auseinandersetzen.
 

Frieden bleibt ein aktuelles Thema

Die Veranstaltung fand in einer Zeit statt, in der Fragen von Krieg und Frieden wieder verstärkt die politische Debatte prägen. Der DGB stellte den diesjährigen Antikriegstag bundesweit unter das Motto:„Friedensfähig statt kriegstüchtig! Gemeinsam für Völkerverständigung, soziale Gerechtigkeit und eine Welt ohne Krieg.“ Die DGB    Gewerkschaften warnen davor, Sicherheit ausschließlich militärisch zu definieren, und fordern stattdessen Investitionen in soziale Sicherheit, Bildung, Demokratie und internationale Zusammenarbeit.
 
Seit 1957 nutzen der DGB und seine Mitgliedsgewerkschaften den 1. September als Tag des Erinnerns und der Mahnung. Die zentrale Botschaft lautet bis heute:„Nie wieder Krieg, nie wieder Faschismus.“
 

Zahl der Kriegsdienstverweigerungen steigt

Wie aktuell die Debatte ist, zeigen auch die bundesweiten Zahlen zur Kriegsdienstverweigerung. Nach Angaben der Bundesregierung wurden im Jahr 2025 insgesamt 7.691 Anträge gestellt. Für 2026 zeichnet sich bereits ein weiterer Anstieg ab. Bis Ende Mai lagen nach veröffentlichten Angaben bereits mehr als 4.000 Anträge zur Entscheidung vor.
Die Entwicklung verdeutlicht, dass sich viele Menschen mit Fragen von militärischer Sicherheit, persönlicher Verantwortung und alternativen Wegen der Friedenssicherung auseinandersetzen.
 

Bedeutung für Beschäftigte

Für Gewerkschaften gehören Frieden, Demokratie und soziale Sicherheit eng zusammen. Kriege zerstören nicht nur Leben, sondern auch Arbeitsplätze, Infrastruktur und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Deshalb verbinden Gewerkschaften ihre Friedenspolitik seit jeher mit der Forderung nach guten Lebens- und Arbeitsbedingungen, sozialer Gerechtigkeit und einer starken Demokratie.
 

Duisburger Beitrag zur Erinnerungskultur

Gerade in einer Industriestadt wie Duisburg mit ihrer vielfältigen Belegschaft und ihrer Geschichte von Zuwanderung, Wiederaufbau und industrieller Entwicklung erhält der Antikriegstag eine besondere Bedeutung. Das Engagement der HKM-Auszubildenden zeigt, dass Erinnerungskultur kein rückwärtsgewandter Blick ist, sondern eine Investition in demokratisches Bewusstsein und gesellschaftliche Verantwortung.
 

Gewerkschaftliche Perspektive

Die IG Metall unterstützt Initiativen, die historische Bildung, demokratische Werte und die aktive Beteiligung junger Menschen stärken. Erinnerung an die Verbrechen des Nationalsozialismus und die Folgen von Krieg bleibt eine dauerhafte Aufgabe. Gerade in Zeiten internationaler Konflikte ist es wichtig, Frieden, Demokratie und soziale Gerechtigkeit gemeinsam zu verteidigen.