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Tarifrunde Metall- und Elektroindustrie 2026
Wie entsteht unsere Entgeltforderung
Wir erklären kompakt die Faktoren Inflation, Produktivität und faire Umverteilung – für gerechte Löhne und eine stabile Wirtschaft.
IG Metall Duibsurg-Dinslaken
Tarifverhandlungen sind das Herzstück gewerkschaftlicher Arbeit: Hier wird entschieden, wie sich Löhne und Arbeitsbedingungen entwickeln. Doch wie entsteht eigentlich eine konkrete Entgeltforderung? Das beigefügte Dokument der IG Metall zeigt: Dahinter steckt ein klar strukturiertes und wirtschaftlich begründetes Modell.
Drei Bausteine der Entgeltforderung
1. Inflation: Kaufkraft sichern
Ein zentraler Ausgangspunkt ist die Zielinflation der Europäischen Zentralbank (EZB) von rund 2 Prozent. Dieses Ziel soll Preisstabilität gewährleisten und die Wirtschaft stabil halten.
Wenn Preise steigen, bedeutet das für Beschäftigte: Das gleiche Geld reicht für weniger. Deshalb müssen Löhne entsprechend angepasst werden, um Kaufkraftverluste zu vermeiden. Auch volkswirtschaftlich ist das wichtig – denn stabile Kaufkraft stärkt den Konsum und damit die Konjunktur.
2. Produktivität: Anteil am Fortschritt
Der zweite Faktor ist die wirtschaftliche Produktivitätsentwicklung. Wenn Beschäftigte durch bessere Organisation, Technik oder Know-how mehr Wert schaffen, dann wächst die Wirtschaftsleistung.
Tarifpolitisch bedeutet das: Beschäftigte sollen an diesem Fortschritt beteiligt werden. In vielen Konzepten wird dafür ein jährlicher Produktivitätszuwachs von etwa 1 % angesetzt.
Gemeinsam mit der Inflation ergibt sich daraus der sogenannte: Verteilungsneutrale Spielraum = Inflation + Produktivität
Dieser zeigt, wie stark Löhne steigen könnten, ohne die Einkommensverteilung zwischen Arbeit und Kapital zu verändern.
3. Umverteilung: Fairer Anteil an Gewinnen
Der dritte Baustein ist die Umverteilungskomponente.
Viele Unternehmen erzielen Gewinne – teilweise deutlich über dem Durchschnitt. Gewerkschaften argumentieren daher: Beschäftigte sollen zusätzlich am wirtschaftlichen Erfolg beteiligt werden.
Diese Komponente geht über den verteilungsneutralen Spielraum hinaus und sorgt für eine bewusste Verschiebung zugunsten der Beschäftigten, insbesondere in wirtschaftlich guten Zeiten.
Warum dieses Modell wichtig ist
Die Kombination dieser drei Faktoren verfolgt ein klares Ziel:
Reallöhne sichern (Inflation ausgleichen)
Leistung anerkennen (Produktivität beteiligen)
Gerechtigkeit schaffen (Gewinne fair verteilen)
Gleichzeitig bleibt die Perspektive der Gesamtwirtschaft im Blick: Eine stabile Nachfrage durch ausreichende Löhne gilt als wichtiger Motor für Wachstum und Beschäftigung.
Wie entsteht unsere Entgeltforderung? Die IG Metall erklärt kompakt die Faktoren Inflation, Produktivität und faire Umverteilung – für gerechte Löhne und eine stabile Wirtschaft.