Verselbstständigung bei tk Materials Services Wenn, dann fair: Wir fordern klare Zusagen für die Zukunft von Materials Services

Die thyssenkrupp AG will Materials Services verselbstständigen. Für uns ist klar: Eine eigenständige Zukunft kann nur dann funktionieren, wenn Tarifbindung, Mitbestimmung, Standorte und Beschäftigung gesichert bleiben. Genau dafür machen wir jetzt Druck.

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Die thyssenkrupp AG treibt die Verselbstständigung von Materials Services mit hohem Tempo voran. Noch im Mai sollen offenbar entscheidende Weichen gestellt werden. Für uns ist klar: Wenn Materials Services eigenständig werden soll, dann nur unter fairen Bedingungen.

Grundsätzlich sehen wir in einer Verselbstständigung eine Chance. Materials Services braucht die Möglichkeit, sich eigenständig weiterzuentwickeln und sich im Markt zu behaupten. Aber dieser Weg darf nicht zulasten der Beschäftigten gehen. Sicherheit und Perspektive stehen für uns an erster Stelle. Deshalb pochen wir gemeinsam mit den Betriebsräten und mit ver.di auf klare Zusagen.

Tarifbindung, Standorte und Arbeitsbedingungen müssen gesichert sein

Für uns ist entscheidend, dass alle Tarifverträge weitergelten und die bestehenden Arbeitsbedingungen erhalten bleiben. Ein Übergang in eine neue Struktur darf nicht dazu genutzt werden, die Standards für die Kolleginnen und Kollegen abzusenken. Ebenso wichtig ist, dass es klare Zusagen für Beschäftigung und Standorte gibt. Die Verselbstständigung darf kein Rationalisierungsprogramm unter neuem Namen werden.

Genauso zentral ist für uns die Frage der finanziellen Ausgangslage. Ein eigenständiges Unternehmen braucht gute Startchancen, eine tragfähige Finanzierung und ausreichend Mittel für notwendige Investitionen. Nur dann kann Materials Services am Markt bestehen, Arbeitsplätze sichern und eine wirtschaftliche Perspektive entwickeln.

Mitbestimmung darf nicht ausgehöhlt werden

Ein zentraler Streitpunkt ist die geplante Rechtsform. Sollte Materials Services in eine Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA) umgewandelt werden, hätte das gravierende Folgen für Mitbestimmung und Kontrolle. In einer solchen Konstruktion würden die Rechte von Arbeitnehmervertreterinnen und -vertretern im Aufsichtsrat deutlich geschwächt. Auch die Mitsprachemöglichkeiten der Aktionäre wären eingeschränkt. Für uns ist deshalb klar: Eine Verwässerung der Mitbestimmung durch die Hintertür werden wir nicht mitmachen.

Wir brauchen eine Unternehmensform, die zu einem modernen, eigenständigen Unternehmen passt und nicht darauf angelegt ist, Macht in kleinen, kaum kontrollierten Strukturen zu konzentrieren.

Unsere Fragen liegen auf dem Tisch

Gemeinsam mit ver.di und den Betriebsräten haben wir dem thyssenkrupp-Konzern einen klaren Fragenkatalog vorgelegt. Wir wollen wissen:

  • Welche Rechtsform ist geplant?
  • Was passiert mit der Mitbestimmung?
  • Wie sieht das Geschäftsmodell aus?
  • Wie ist das Finanzierungskonzept aufgebaut?
  • Welche Pläne gibt es für Beschäftigung und Standorte?

Diese Fragen müssen schnell beantwortet werden. Denn schon bald sollen Fakten geschaffen werden. Genau deshalb erwarten wir jetzt Transparenz, Verbindlichkeit und eine echte Beteiligung der Arbeitnehmerseite.

Aus den Betrieben kommt eine klare Botschaft

Auch aus den verschiedenen Bereichen von Materials Services ist die Haltung eindeutig. Die Betriebsräte machen deutlich, worauf es jetzt ankommt: gute Startchancen für das Unternehmen, klare Investitionszusagen, volle Tarifbindung, der Schutz kleinerer Geschäftseinheiten und vor allem der Erhalt funktionierender Mitbestimmungsstrukturen. Diese Punkte sind keine Nebensache, sondern die Grundlage dafür, dass eine eigenständige Zukunft überhaupt tragfähig sein kann.

Für uns gilt: Wenn, dann fair

Wir begleiten den Prozess nicht grundsätzlich ablehnend. Aber wir werden ihm nur dann zustimmen und ihn nur dann unterstützen, wenn die Bedingungen stimmen. Materials Services darf nicht mit Altlasten, unklaren Finanzierungsmodellen oder eingeschränkter Mitbestimmung in die Selbstständigkeit geschickt werden.

Für uns ist klar: Die Interessen der Beschäftigten dürfen nicht unter die Räder geraten.
Wenn Materials Services eigenständig werden soll, dann nur mit:

  • gesicherter Tarifbindung
  • starker Mitbestimmung
  • klaren Standort- und Beschäftigungsperspektiven
  • einer soliden Finanzierung
  • und einer fairen Zukunftsvereinbarung

Wenn, dann fair. Genau dafür stehen wir.