Stahl-Tarifrunde 2026 5 Prozent mehr Geld für Stahlbeschäftigte

Die Tarifkommission der IG Metall fordert für die nordwestdeutsche Stahlindustrie 5 Prozent mehr Lohn und Gehalt für zwölf Monate. Auch Auszubildende sollen höhere Vergütungen erhalten. Die erste Tarifverhandlung findet am 18. Dezember 2026 statt. Zum Jahreswechsel endet die Friedenspflicht.

Forderungsbeschluss Stahl 2026
 
Die Tarifrunde Stahl geht in die entscheidende Phase. Die Tarifkommission der IG Metall fordert 5 Prozent mehr Lohn und Gehalt für zwölf Monate. Auch Auszubildende sollen deutlich mehr bekommen. Für die Stahlstadt Duisburg hat die Tarifrunde besondere Bedeutung. Die erste Verhandlung findet am 18. Dezember statt, die zweite Verhandlung folgt am 12. Januar 2027
 

Das Wichtigste in Kürze

  • 5 Prozent mehr Lohn und Gehalt bei einer Laufzeit von zwölf Monaten lautet die Forderungsempfehlung der Tarifkommission. 
  • Die Ausbildungsvergütungen sollen auf das Niveau der Metall- und Elektroindustrie angehoben werden. Je nach Tarifgebiet und Ausbildungsjahr würde das derzeit bis zu 150 Euro mehr bedeuten. 
  • Eine mitgliederorientierte soziale Komponente für untere Entgeltgruppen und Teilzeitbeschäftigte wird ebenfalls angestrebt.
  • Die Tarifverträge„Einsatz von Werkverträgen“ und „Beschäftigungssicherung“ sollen verlängert werden.
  • Der Vorstand der IG Metall soll die endgültige Forderung am 9. November 2026 beschließen. 
  • Die erste Tarifverhandlung findet am 18. Dezember 2026 statt. Die Friedenspflicht endet zum Jahreswechsel. Die zweite Verhandlung ist für den 12. Januar 2027 vorgesehen. 

 

Tarifkommission empfiehlt 5 Prozent

 
Jetzt steht die Zahl: Die Tarifkommission für die nordwestdeutsche Stahlindustrie hat am 2. November ihre Forderungsempfehlung für die Stahl-Tarifrunde 2026 beschlossen. Sie fordert 5 Prozent mehr Lohn und Gehalt für zwölf Monate. 
 
Für Auszubildende soll es zusätzlich vorangehen. Ihre Vergütungen sollen auf das Niveau der Metall- und Elektroindustrie angehoben werden. Das könnte abhängig von Tarifgebiet und Ausbildungsjahr derzeit ein Plus von bis zu 150 Euro bedeuten.
 
Damit hat die Diskussion der vergangenen Wochen ein konkretes Ergebnis. Im Oktober hatten Mitglieder und Vertrauensleute in den Stahlbetrieben noch über die Höhe der Forderung beraten. Bereits damals hatte sich eine Entgeltforderung in der Größenordnung von 5 Prozent abgezeichnet. 
 
Über die endgültige Forderung entscheidet der Vorstand der IG Metall am 9. November 2026.
 

 

Stahlindustrie: Krise und Erholung zugleich

 
Die wirtschaftliche Situation bleibt schwierig. Hohe Energiekosten, internationaler Wettbewerbsdruck und eine über längere Zeit schwache Industriekonjunktur belasten die Branche weiterhin. 
 
Gleichzeitig zeigen einige wirtschaftliche Daten wieder nach oben. Nach Angaben der IG Metall stiegen im ersten Quartal 2026 die Auftragseingänge der Stahlindustrie um 4,2 Prozent, die Produktion um 3,7 Prozent. Von Januar bis August lag die Rohstahlerzeugung 6,3 Prozent über dem Vorjahresniveau. 
 
Das bedeutet nicht, dass die Krise überwunden ist. Es zeigt aber, dass sich die Lage differenziert entwickelt.
 
Für die IG Metall folgt daraus ein klarer tarifpolitischer Grundsatz: Strukturprobleme der Stahlindustrie dürfen nicht auf Kosten der Beschäftigten gelöst werden. Wer in den vergangenen Jahren hohe Flexibilität gezeigt und die Transformation mitgetragen hat, muss auch an einer wirtschaftlichen Erholung beteiligt werden. 
 

 

Der Fahrplan

9. November 2026
Der Vorstand der IG Metall soll über die endgültige Forderung entscheiden.

18. Dezember 2026
Erste Verhandlung mit den Arbeitgebern. 

31. Dezember 2026 / 1. Januar 2027
Die Friedenspflicht endet zum Jahreswechsel. Danach sind Arbeitskampfmaßnahmen grundsätzlich möglich, wenn keine Einigung erreicht wird. 

12. Januar 2027
Zweite Verhandlung mit den Arbeitgebern.