IG Metall bezieht klar Stellung in der aktuelle Debatte Rentenreform: Gute Rente statt sozialer Rückschritt!

Die aktuelle Rentenreformdebatte nimmt Fahrt auf und sie entscheidet über nichts weniger als die Zukunft des Sozialstaats in Deutschland. Für uns als IG Metall Duisburg‑Dinslaken ist klar: Eine gute und sichere Rente ist keine Frage von Kassenlagen, sondern von Gerechtigkeit und politischem Willen.

Gegen das 'Rentenroulette'

Lebensleistung verdient Respekt – keine Kürzungen

Hunderttausende Beschäftigte im Ruhrgebiet haben früh angefangen zu arbeiten, oft unter körperlich belastenden Bedingungen. Sie haben sich darauf verlassen, nach 45 Beitragsjahren früher und ohne Abschläge in Rente gehen zu können.

Diese abschlagsfreie Rente ist kein Privileg – sie ist Ausdruck von Anerkennung von Lebensleistung. Ihre Abschaffung wäre ein massiver Vertrauensbruch gegenüber den Beschäftigten.

Gerade bei Strukturwandel, Personalabbau oder Sozialplänen ist sie ein zentraler Baustein für sozialverträgliche Lösungen.
 
 

Regierungspläne: Mehr Belastung, weniger Sicherheit

Die Vorschläge der Rentenkommission stellen zentrale Errungenschaften infrage:

  • Die Abschaffung der Rente nach 45 Beitragsjahren steht im Raum – ein Schlag ins Gesicht für alle, die jahrzehntelang gearbeitet haben.
  • Das Ende der Altersteilzeit in ihrer bisherigen Form. Ein Ende des Blockmodells würde ein Rückschritt für sozialverträgliche Übergänge und das Aus für ein wichtiges Instrument für eine sozialverträglicher Transformation.
  • Ein steigendes Rentenalter, gekoppelt an die Lebenserwartung, ignoriert die Realität vieler Kolleg*innen, die es schon heute kaum gesund bis zur Rente schaffen.
  • Gleichzeitig droht mit der stärkeren Ausrichtung auf Kapitalmärkte ein gefährliches Spiel mit unseren Renten – inklusive versteckter Leistungskürzungen, etwa bei der Erwerbsminderung und der Hinterbliebenenversorgung.
  • Offen bleibt zudem die Frage, wie die betriebliche Altersversorgung deutlich stärker verbreitet werden kann. Gerade hier besteht seit Jahren erheblicher Handlungsbedarf.

Diese Maßnahmen laufen faktisch auf verdeckte Rentenkürzungen hinaus. Hinzu kommt: Sie treffen vor allem die Beschäftigten – während Vermögende kaum stärker beteiligt werden.

Gerade in Zeiten von multiplen Kriesen, Stellenstreichungen, Sanierungstarifverträgen und Sozialplänen brauchen wir verlässliche Lösungen für sozialverträgliche Übergänge in den Ruhestand. Die Rente nach 45 Jahren und die Altersteilzeit sind dabei ein zentraler Baustein und eine Frage der Gerechtigkeit.

 

Unsere Alternative: Starke gesetzliche Rente für alle

Gemeinsam mit dem DGB setzen wir dem ein klares Konzept entgegen:

Rentenniveau anheben

  • Ziel: mindestens 50 %, perspektivisch bis zu 53 %
  • Heute: nur rund 48 % eines Durchschnittslohns 

Betriebsrente für alle

  • Verpflichtende betriebliche Altersvorsorge
  • Mitfinanzierung durch Arbeitgeber

Keine weitere Anhebung des Renteneintrittsalters

  • Wer Jahrzehnte gearbeitet hat, darf nicht gezwungen werden, immer länger zu arbeiten

Solidarische Erwerbstätigenversicherung

  • Einbeziehung von Selbstständigen, Politiker*innen, Selbständige, Beamte, etc.
  • Alle zahlen ein – alle sind abgesichert

Gerechte Finanzierung

  • Höhere Beiträge für hohe Einkommen
  • Steuern auf große Vermögen und Kapitalerträge
  • Keine Finanzierung über Sozialkürzungen oder höhere Verbrauchssteuern
Unser Ziel ist klar: Eine Rente, die den Lebensstandard sichert – für alle Beschäftigten.
 
 

Kapitaldeckung ist keine Lösung

Die geplante stärkere Orientierung am Kapitalmarkt lehnen wir ab:

  • Sie macht die Rente abhängig von Börsenentwicklungen
  • Sie bringt kurzfristig keine Verbesserungen für heutige Beschäftigte
  • Sie droht, das bewährte Umlagesystem zu schwächen

Auch deshalb sagen wir: Die umlagefinazierte gesetzliche Rente muss die zentrale Säule bleiben!

 

Sozialstaat unter Druck – Widerstand wächst

Die Rentenpläne sind Teil eines größeren Reformpakets, das viele Beschäftigte belastet: steigende Beiträge, mögliche Kürzungen und längere Arbeitszeiten.

Das sorgt für massive Unzufriedenheit in den Betrieben.
„Es rumort von unten“ – viele Kolleginnen und Kollegen gehen bereits auf die Straße.

Auch wir in Duisburg‑Dinslaken sagen klar: Kürzungen auf dem Rücken der Beschäftigten darf es nicht geben.
 
 

Unsere Botschaft an Politik und Öffentlichkeit

  • Eine gute Rente ist bezahlbar – wenn die Lasten gerecht verteilt werden
  • Die soziale Sicherheit darf nicht geopfert werden
  • Wirtschaftswachstum, gute Arbeit und gute Löhne sind die Basis für stabile Renten

Oder anders gesagt: Gute Renten entstehen nicht durch Sparpolitik, sondern durch gute Politik.

 

Jetzt kommt es auf Haltung an

Die Rentenfrage ist eine der zentralen Gerechtigkeitsfragen unserer Zeit.

Wir als IG Metall Duisburg‑Dinslaken stehen für:
✔ sichere Renten
✔ Respekt vor Lebensleistung
✔ solidarische Finanzierung
✔ keine weiteren Belastungen für Beschäftigte

Wir werden uns einmischen – in den Betrieben, auf der Straße und in der politischen Debatte.