9. November: Duisburg gedenkt der Pogromnacht Gedenkfeier, Schweigemarsch und ein gemeinsames Zeichen für Demokratie.

Am 9. November 2026 erinnert Duisburg an die Opfer der Pogromnacht von 1938. Die Gedenkveranstaltung beginnt um 18 Uhr im Duisburger Rathaus. Anschließend führt ein Schweigemarsch zur Gedenkstätte am Rabbiner-Neumark-Weg

Gedenkveranstaltung am 9. November 2026
Am 9. November 2026 erinnert Duisburg an die Opfer der Pogromnacht von 1938. Die Gedenkveranstaltung beginnt um 18 Uhr im Ratssitzungssaal des Duisburger Rathauses. Anschließend führt ein Schweigemarsch entlang von Stolpersteinen zur Gedenkstätte am Rabbiner-Neumark-Weg. Die IG Metall Duisburg-Dinslaken ruft dazu auf, Erinnerung lebendig zu halten und gemeinsam Haltung für Demokratie und Menschenwürde zu zeigen.
 

Das Wichtigste in Kürze

  • Wann: Montag, 9. November 2026, 18 Uhr
  • Wo: Ratssitzungssaal im Duisburger Rathaus, Burgplatz 19
  • Anlass: 88. Jahrestag der Pogromnacht vom 9. November 1938
  • Programm: Gedenkfeier, anschließend Schweigemarsch und Kranzniederlegung
  • Anmeldung: verbindliche Rückmeldung bis 30. Oktober 2026
  • Schülerinnen und Schüler aus Duisburg sollen den Schweigemarsch aktiv mitgestalten.

Duisburg erinnert am 9. November

88 Jahre nach der Pogromnacht vom 9. November 1938 lädt die Stadt Duisburg gemeinsam mit der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit und der Deutsch-Israelischen Gesellschaft zur Gedenkveranstaltung ein. Sie beginnt am Montag, 9. November 2026, um 18 Uhr im Ratssitzungssaal des Duisburger Rathauses.
 
Unter dem Titel„Schulter an Schulter – Erinnerung braucht Haltung“ spricht Volker Baumann, Vorstandssprecher des MSV Museum e. V. Das Rahmenprogramm gestalten Schülerinnen und Schüler des Gertrud-Bäumer-Berufskollegs gemeinsam mit dem Zentrum für Erinnerungskultur, Menschenrechte und Demokratie. Orchester und Chor des St. Hildegardis-Gymnasiums übernehmen die musikalische Begleitung.
 
Nach der Veranstaltung führt ein Schweigemarsch zur Gedenkstätte am Rabbiner-Neumark-Weg. Der Weg verläuft an Stolpersteinen vorbei, die an Opfer der NS-Diktatur erinnern. An der Gedenkstätte ist eine Kranzniederlegung vorgesehen. 
 
Duisburger Schülerinnen und Schüler sollen den Schweigemarsch aktiv mitgestalten. Für acht Stationen entlang des Weges werden Jugendliche gesucht, die Fackeln tragen und an den Stolpersteinen die Namen der dort gewürdigten Opfer vorlesen. 
 
Demokratie endet nicht am Werkstor. Respekt, Menschenwürde, Solidarität und das Recht, sich gemeinsam für die eigenen Interessen einzusetzen, gehören zu den Grundlagen einer demokratischen Arbeitswelt.
 
Die Geschichte der Gewerkschaften zeigt zugleich, dass demokratische und gewerkschaftliche Rechte nicht selbstverständlich sind. Die IG Metall verbindet deshalb politische Bildungs- und Erinnerungsarbeit mit ihrem Engagement für Demokratie. Ein Beispiel dafür ist die von Beschäftigten und Gewerkschaftern mitgetragene Erinnerungsarbeit an das ehemalige Konzentrationslager Drütte in Salzgitter. 
 
Der 9. November ist deshalb mehr als ein historischer Jahrestag. Erinnerung bekommt ihren Sinn auch daraus, Konsequenzen für die Gegenwart zu ziehen. Für uns als IG Metall Duisburg-Dinslaken bedeutet das: Antisemitismus, Rassismus und Ausgrenzung dürfen weder in unserer Gesellschaft noch in unseren Betrieben Platz haben.
 
Wo Menschen gegeneinander ausgespielt werden, braucht es Widerspruch. Wo demokratische Rechte angegriffen werden, braucht es Menschen, die sie verteidigen. Und wo die Opfer des Nationalsozialismus in Vergessenheit zu geraten drohen, braucht es sichtbare Erinnerung.
 
Gewerkschaftliches Handeln lebt davon, dass Menschen unabhängig von Herkunft, Religion oder persönlicher Lebensgeschichte gemeinsam für ihre Interessen eintreten.
 
Dass sich junge Menschen an der Duisburger Gedenkveranstaltung beteiligen, ist deshalb ein wichtiges Signal. Erinnerungsarbeit wird dort konkret, wo Namen genannt, Geschichten bewahrt und Verantwortung für die Gegenwart übernommen wird.
 
Die Duisburger Veranstaltung macht Erinnerung mitten in der Stadt sichtbar: vom Duisburger Rathaus führt der Schweigemarsch entlang von Stolpersteinen zum Rabbiner-Neumark-Weg. Damit verbindet die Veranstaltung historisches Gedenken mit konkreten Erinnerungsorten in Duisburg. 
 
Gerade für die IG Metall Duisburg-Dinslaken ist das ein Anlass, gemeinsam mit Beschäftigten, Betriebsräten, Vertrauensleuten, Jugendlichen und Mitgliedern ein Zeichen zu setzen: Erinnerung braucht Haltung. Demokratie braucht Menschen, die sie leben und verteidigen.