EU reagiert auf unfairen Stahlhandel EU weitet Stahlzölle aus: Wir sehen ein wichtiges Signal für Beschäftigung und Standorte

Das Europaparlament und die 27 EU-Mitgliedstaaten haben sich auf eine Ausweitung der EU-Stahlzölle verständigt. Wir begrüßen die Einigung als wichtigen Schritt zum Schutz industrieller Arbeitsplätze – machen aber auch klar: Zölle allein reichen nicht aus.

Europäische Union Flaggen vor dem Europäischen Parlament


Die Einigung von Europaparlament und Rat der 27 EU-Mitgliedstaaten auf eine Ausweitung der EU-Stahlzölle ist aus unserer Sicht ein wichtiges Signal im Kampf gegen unfairen Wettbewerb auf dem internationalen Stahlmarkt.

Unser Zweiter Vorsitzender Jürgen Kerner macht deutlich:
„Die strikten Importquoten in Kombination mit wirksamen Zöllen sind die richtige Antwort auf den verzerrten Wettbewerb.“

Wir sehen in dieser Entscheidung einen wichtigen Beitrag dazu, industrielle Arbeitsplätze in Deutschland und Europa zu sichern. Davon profitieren nicht nur die Beschäftigten in der Stahlindustrie selbst, sondern auch die vielen Kolleginnen und Kollegen in den vor- und nachgelagerten Wertschöpfungsketten. Die Einigung ist deshalb eine gute Nachricht für Zehntausende Beschäftigte.

Schutz vor unfairen Importen ist richtig und notwendig

Seit Langem weisen wir darauf hin, dass die europäische Stahlindustrie massiv unter Druck steht. Weltweite Überkapazitäten, staatlich verzerrte Wettbewerbsbedingungen und Dumpingimporte setzen Standorte und Arbeitsplätze unter erheblichen Druck. Deshalb brauchen wir wirksame handelspolitische Instrumente, um industrielle Substanz in Europa zu schützen.

Die nun vereinbarten strengeren Importquoten in Verbindung mit wirksamen Zöllen gehen in die richtige Richtung.

Handelspolitik allein reicht nicht aus

Gleichzeitig ist für uns völlig klar: Handelspolitik allein sichert noch keine Zukunft für die Stahlindustrie in Europa.
Jürgen Kerner bringt es auf den Punkt:
„Handelspolitik allein ist kein Garant für das Überleben der europäischen Stahlindustrie und der Arbeitsplätze dort.“

Wenn wir die Branche wirklich stabilisieren und zukunftsfest aufstellen wollen, braucht es mehr:

  • Wachstumsimpulse und Investitionsanreize
  • international wettbewerbsfähige Energiepreise
  • grüne Leitmärkte für klimafreundlich produzierten Stahl

Nur wenn diese Rahmenbedingungen stimmen, kann der klimagerechte Umbau der Industrie gelingen und können neue, sichere Arbeitsplätze entstehen.

CO₂-armer Stahl aus Europa muss gezielt gestärkt werden

Für uns ist besonders wichtig, dass emissionsarmer Stahl aus Europa künftig gezielt gestärkt wird. Dazu braucht es klare Local-Content-Regelungen. Wenn öffentliche Aufträge vergeben, Infrastrukturprojekte umgesetzt oder industrielle Transformation finanziert wird, muss konsequent in Europa produzierter und CO₂-armer Stahl berücksichtigt werden.

Genau hier steht jetzt die Bundesregierung in der Pflicht. Sie muss die notwendigen Schritte zügig einleiten und der Branche endlich eindeutige Signale geben.

Ein wichtiger Schritt – jetzt müssen weitere folgen

Die Ausweitung der EU-Stahlzölle ist aus unserer Sicht ein notwendiger und richtiger Schritt. Aber sie ist nur ein Teil dessen, was jetzt gebraucht wird. Wenn wir Standorte sichern, Wertschöpfung erhalten und gute industrielle Arbeit in Europa verteidigen wollen, dann müssen Handelsschutz, Investitionen, Energiepolitik und grüne Industriepolitik endlich zusammen gedacht und konsequent umgesetzt werden.

Für uns ist klar: Die Stahlindustrie braucht nicht nur Schutz vor unfairer Konkurrenz, sondern auch eine echte Zukunftsperspektive.