Das Jahr 2026 startet mit guten Nachrichten für Beschäftigte in Deutschland. Mehr Geld, bessere Arbeitsbedingungen und mehr Sicherheit sind das Ergebnis jahrelangen Engagements der Gewerkschaften – allen voran des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) und seiner Mitgliedsgewerkschaften.
Stabiles Rentenniveau bis 2031
Eine zentrale Forderung der Gewerkschaften wird umgesetzt: Das Rentenniveau wird bis 2031 bei 48 Prozent stabilisiert. Das sorgt für mehr Verlässlichkeit in der Altersversorgung – für heutige Rentnerinnen und Rentner ebenso wie für kommende Generationen. Der Bundesrat muss dem Vorhaben am 19. Dezember noch zustimmen.
Günstigere Strompreise für alle
2026 sinken die Stromnetzentgelte. Möglich macht das ein Zuschuss von 6,5 Milliarden Euro, den die Bundesregierung auch auf Druck der Gewerkschaften beschlossen hat. Ein durchschnittlicher Haushalt mit 3.500 kWh Jahresverbrauch wird dadurch um etwa 70 Euro pro Jahr entlastet. Davon profitieren private Haushalte ebenso wie Betriebe.
Deutlich höherer Mindestlohn
Der gesetzliche Mindestlohn steigt ab Januar 2026 auf 13,90 Euro pro Stunde – ein Plus von über acht Prozent gegenüber 2025. 2027 folgt der nächste Schritt auf 14,60 Euro. Insgesamt profitieren 6,6 Millionen Menschen von den Erhöhungen.
Mehr Geld für Auszubildende
Auch die Mindestausbildungsvergütung steigt: Ab dem 1. Januar 2026 beträgt sie 724 Euro im ersten Ausbildungsjahr, ein Plus von 6,2 Prozent. Wichtig bleibt: Diese Mindestbeträge gelten nur dort, wo kein Tarifvertrag existiert. In tarifgebundenen Betrieben liegt die Vergütung meist deutlich höher – ein weiteres starkes Argument für Tarifbindung.
Tarifbindung zahlt sich aus
Mindestlöhne sind für die Gewerkschaften immer nur die unterste Haltelinie. Entscheidend sind gute Tarifverträge. Beschäftigte in tarifgebundenen Betrieben verdienen im Schnitt rund 11 Prozent mehr brutto pro Monat als Kolleginnen und Kollegen ohne Tarifvertrag.
Große Tarifrunden 2026
2026 wird eines der wichtigsten Tarifjahre der letzten Zeit:
- Im öffentlichen Dienst der Länder verhandeln die Gewerkschaften für rund 1,1 Millionen Beschäftigte (plus 60.000 in Hessen).
- Im Einzelhandel starten die Verhandlungen im Frühjahr für über 2,3 Millionen Beschäftigte.
- Im Groß- und Außenhandel geht es ab April um die Interessen von 1,2 Millionen Arbeitnehmer*innen.
- Die größte Tarifrunde beginnt im Herbst: In der Metall- und Elektroindustrie verhandelt die IG Metall für über 3,7 Millionen Beschäftigte.
Gewerkschaftsjahr 2026: Weiter dranbleiben
Auch im kommenden Jahr bleiben zentrale Themen auf der Agenda: die Tarifwende, das Bundestariftreuegesetz, die Betriebsratswahlen 2026 und der Ordentliche DGB-Bundeskongress im Mai 2026.
Eines ist klar: Gewerkschaftlicher Einsatz wirkt. Die Verbesserungen für 2026 zeigen, was möglich ist, wenn Beschäftigte organisiert sind und gemeinsam für ihre Interessen eintreten.